Einbaubeispiel: Solaranlage fürs Wohnmobil - Teil 2 Der Einbau

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wir zeigen euch, wie man eine Solaranlage einbaut und richtig anschließt. Zusätzlich verbauen wir auch noch einen Batteriecomputer MT 3000.
(erstellt von Max Wittenzellner am 24.07.2009)



Tag 1:  Nun geht’s zum Einbau der Solaranlage.

 

Thomas und ich freuen uns schon riesig drauf, da uns so was einfach Spaß macht. Zugegeben, vor dem Kleben haben wir etwas Respekt. So etwas haben wir vorher auch noch nicht gemacht.

Als Erstes haben wir aber in unserem Buch „Solarstrom im Reisemobil“ das Kapitel über den Einbau gut studiert. Daher werde ich auch in diesem Bericht den Einbau nicht Schritt für Schritt beschreiben, denn das ist im Buch wirklich super einfach und genau beschrieben.

Hier mal ein kleiner Einblick ins Buch:

 

 

 

 

Ich möchte euch zeigen, was uns aufgefallen ist und wo wir Schwierigkeiten hatten. Für alle, die wissen wollen, wie so ein Einbau überhaupt abläuft und worauf man achten sollte, ist dieser Bericht gedacht.




Fangen wir mit dem generellen Aufbau an. Wie wird eine Solaranlage überhaupt angeschlossen:

Die Solarmodule werden mit dem Solarregler verbunden. Dieser wiederum ist an die Bordbatterie angeschlossen.

Das ist relativ einfach, die Schwierigkeit liegt im Platzieren und Verkabeln der Teile.


 

 

Die Solarmodule werden einfach auf dem Dach angebracht. Da unsere Wohnmobile viele Dachfenster haben und wir auch noch eine Kathrein SAT Schüssel verbauen wollen, ist unser Platz etwas knapp geworden. Wir haben daher als ersten Schritt unsere Solarmodule mit Karton nachgebaut und auf das Dach gelegt, um die ideale Position zu finden. Ist diese gefunden, so kann man mit den Vorbereitungen fürs Kleben beginnen. Die Solarhalter werden an die Module geschraubt und die Kanten abgeklebt. Auch die Position wo die Module am Dach sein sollten, wird mit Klebeband markiert.

WICHTIG!  Zwischen Halter und Klebeband unbedingt ein paar Millimeter Abstand lassen. Auch an den Kanten etwas frei lassen. Dieser Abstand ist später für die Klebenaht wichtig, da man dann beim Abziehen des Klebebandes einen super sauberen Abschluss erhält.



 

 

Als nächsten Schritt haben wir die mitgelieferten Kabel an die Module angeschraubt und das Loch für die Dachdurchführung gebohrt.

Tipp: Einfach mit einem kleinen Bohrer im Schrank von innen nach außen bohren. So erhält man die perfekte Position für das Loch und sieht später von den Kabeln fast nichts mehr. Danach mit einem großen Bohrer (ca. 10 mm) von außen aufbohren und auch die Kabeldurchführung, wie oben beschrieben, abkleben.

Jetzt ist es soweit. In nächsten Schritt wird geklebt. Wir mussten die Flächen vorher noch mit einem speziellen Reiniger säubern, dann anrauhen und mit einem „Primer“ vorbereiten. Alles geht sehr einfach und im Klebeset wurde hierfür alles mitgeliefert.




Nach 30 Minuten ablüften konnten wir den Kleber auftragen und die Module auf das Dach pressen. Dabei so lange leicht andrücken bis der Kleber am Rand heraus kommt. Dort wird er dann mit etwas Lauge am Finger verstrichen.

Noch ein Tipp: Zu zweit geht das wesentlich einfacher. Das Üben ohne Kleber schadet sicher auch nicht. Thomas und ich haben jedes Modul ohne Kleber auf die jeweilige Position auf das Dach gelegt. Danach wussten wir genau wussten wie und wo man die Module anpackt, ohne in den Kleber zu fassen. Glassauger, wie man sie für ein paar Euro im Baumarkt bekommt sind hier ein ungemein hilfreiches Werkzeug.


 

Was auch noch sehr wichtig ist, verwendet unbedingt eine Unterlage auf dem Dach. Am besten Styropor. Einmal kurz nicht aufgepasst und schon hat man einen Kratzer im Lack oder. drückt mit dem Knie eine Delle ins Dach.




Außerdem ist es viel besser, in weichen Schuhen am Dach zu gehen, als auf den Knien herum zu robben. Mit den Knien drückt man das dünne Alublech einfach viel schneller ein, als wenn man mit Schuhen drauf geht. Übrigens, Crocs oder andere ähnlich weiche Schuhe sind dafür perfekt geeignet.

 

So, jetzt ist alles auf dem Dach und wir hatten uns wirklich eine Pause verdient ;-)






Tag 2: Der elektrische Teil der Solaranlage:

Wir haben am ersten Tag nach dem Kleben Schluss gemacht um das ganze über Nacht schön trocknen zu lassen.

Nun kommt meine Lieblingsbeschäftigung dran. Kabelziehen und alles anschließen.


 

 

Als erstes mussten wir nun das Kabel. das vom Dach kommt, zur Batterie ziehen. Dafür verwendeten wir das mitgelieferte Kabel für den Innenbereich.

Dieses wird dann mit dem „Dachkabel“ per Lüsterklemme verbunden und am Solarregler angeschlossen.


Kleiner Tipp:

Ungemein hilft ein spezieller Kabeldurchzieher aus dem Baumarkt. Das ganze kostet keine 10 EUR und ist ein super Werkzeug, das ich an diesem Tag nicht missen wollte.

Wenn man den Kabeldurchzieher neu kauft, ist er sehr klein aufgerollt und sieht ausgerollt aus wie eine Spirale. Am Besten zieht man den Durchzieher ein paar Tage vorher auseinander und hängt ihn auf.




 

Wie im ersten Teil beschrieben, haben wir uns für 2 Batterien entschieden. Serienmäßig ist ja leider nur eine verbaut. Eine Batterie macht aber kaum Sinn, da die Kapazität einfach nicht ausreicht. Batterien mit großer Kapazität sind leider viel zu groß und passen nicht mehr in die Serienhalter.

Deshalb haben wir uns für 125 Ah Säurebatterien entschieden. Die passen in den Serienhalter, von dem wir uns einfach noch einen zweiten vom Händler nachbestellt haben


 

 

So konnten wir die Batterien einfach und sauber verbauen. In meinem Bürstner Wohnmobil hatte ich in der Heckgarage für beide Batterien Platz und im Knaus verbaute Thomas die zweite Batterie einfach unter der Sitzbank. Die Verbindung erledigt man parallel mit sehr dicken Kabeln. Am Besten eignet sich hierfür ein Kabelset, das die Autotuner für ihre Endstufen verwenden.

Diese Kabelsets bekommt man in allen Elektromärkten oder bei Conrad-Elektronik (www.conrad.de). Was man zum Anschließen braucht ist bei den Sets meistens dabei. Außerdem liegen immer starke Sicherungshalter mit Sicherung bei, die zwischen den beiden Batterien nicht schaden können. Als die Batterien verbaut waren, haben wir sie mit dem Solarregler verbunden. Wir haben uns gegen den Anschluss am vorhanden EBL Block entschieden, weil die Kabel zur Batterie meistens viel zu dünn sind. Außerdem nimmt man mit dem Kabel zum EBL Block einen größeren Umweg als direkt zur Batterie.

Für alle Solareinsteiger, der EBL Block ist im Wohnmobil wie eine zentrale Elektrostation in der alles zusammenläuft. Hier ist auch die Bordbatterie angeschlossen. Man kann den Solarregler auch direkt am EBL Block anschließen. Der Vorteil liegt darin, dass man kein Kabel zur Batterie ziehen muss und die vorhandene Anzeige im Wohnmobil verwenden kann. In unseren Augen macht dies aber nur Sinn, wenn man nur ein Solarmodul und keine zweite Batterie verbaut!

Als nächstes haben wir uns dazu entschieden, mit der Solaranlage auch die Starterbatterie zu laden. Dazu mussten wir einfach ein Kabel (hier reicht ein 2,5 qmm) zur Starterbatterie ziehen. Die Starterbatterie im Fiat Ducato ist vorne sehr schön zugänglich und da wir auch noch andere Kabel von hinten nach vorne zu ziehen hatten, war es kein großer Mehraufwand





Warum wir noch mehr Kabeln im Wohnmobil verlegten verraten wir euch in diesen Berichten:

 

>> Ein / Aus Schalter für Radio und SAT

>> SAT Radioprogramme über den Autoradio hören



Temperaturfühler für die Batterie:

 

Dieser Sensor misst die Umgebungstemperatur an den Bordbatterien und stellt dann automatisch den optimalen Ladestrom ein. Der Anschluss ging ganz einfach. Den Sensor auf einen freien Minuspol der Bordbatterie schrauben und am Solarregler anbringen – fertig.

Da der Sensor nur 13,50 EUR kostet, haben wir uns für das preislich interessante Modell entschieden. Die Tests im Winter werden zeigen, ob der versprochene Effekt auch eintritt.

 


Unser Liebling, der Batteriecomputer MT 3000

 

Ja, wir haben uns wirklich in dieses Teil verliebt. Der MT 3000 ist ein absolut hilfreiches Spielzeug für alle technikverliebten Camper ;-)

Mit dem Batteriecomputer sehe ich nicht nur wie viel Ah derzeit geladen oder verbraucht werden, man sieht auch in Prozent wie voll die Batterie(n) noch sind.

 

 

 

 

Außerdem kann man per Relais Verbraucher ein- oder ausschalten, je nachdem wie viel Energie noch vorhanden ist. Ich habe das Relais an die Versorgung für TV und Radio geklemmt. Fällt die Kapazität unter 30 %, schalten sich Verbraucher wie Fernseher und Radio von alleine aus damit noch genügend Energie für die wichtigeren Dinge wie Licht und Wasserversorgung bleibt.

Das Einbauen des MT 3000 geht wirklich sehr einfach. Er besteht aus dem Display und einer zentralen Einheit. Das Display verbaut man an einen gewünschten Platz, am Besten in der Nähe der Original Anzeige für Strom und Wasser. Dann verbindet man die Zentrale Einheit mit dem mitgelieferten Kabel und verbaut als nächstes einen „Shunt“. Das ist eine Mess-einheit die zwischen der Bordbatterie und die Verbraucher geklemmt wird.

Dazu dürfen an der Bordbatterie KEINE Minus-Pole mehr von Verbrauchern sein. Diese müssen alle am Shunt angeklemmt sein. Siehe Schaubild:

 

 





Nun mussten wir die Anlage nur noch testen:

Wir fuhren aus der Halle und die Solaranlage lieferte sofort ordentlich Strom, obwohl es bewölkt war. Der Batteriecomputer zeigte die genauen Ah an, mit denen die Batterien gerade geladen wurden.

Als wir uns dann den Verbrauch von Licht, Kompressorkühlbox und TV ansahen, erlebten wir richtige Überraschungen.